Archive for September, 2014

Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht… oder wie kann ich meine Geschmacksknospen umtrainieren

Montag, September 29th, 2014

Bäh, das mag ich nicht! Kinder haben häufig eine ganz klare Abneigung gegen gewisse Lebensmittel und weigern sich standhaft gewisse Dinge zu essen. Zwar wächst sich das häufig etwas aus, wenn wir älter werden, doch auch als erwachsene Person, gibt es noch so einiges, das wir nur mit Müh und Not runterbringen. Zum Teil sind gewisse Vorlieben bestimmt angeboren, zum Teil aber auch anerzogen und vieles geht nach dem Prinzip „was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“.

Geschmacksknospen lassen sich umtrainieren

Es gibt auch Lebensmittel, von denen du weisst, dass sie gesund sind und gut für dich wären, und doch kannst du dich nicht dafür erwärmen. Hast du gewusst, dass du dich an Geschmäcker gewöhnen kannst? Mit den folgenden Tipps kannst du lernen, wie du dich an Lebensmittel gewöhnst, sie vielleicht sogar lieben lernst:

  • Dein Geschmack ändert sich. Das ist nicht einfach so daher gesagt, es ist tatsächlich so. Probiere Lebensmittel, die du nicht magst von Zeit zu Zeit wieder aus, gut möglich, dass sie dir plötzlich besser schmecken.
  • Versuche Lebensmittel, die du nicht magst immer und immer wieder. Manchmal dauert es viele Male, vielleicht sogar 8-10 Mal, bis du sie gerne isst.
  • Bereite Lebensmittel, die du nicht magst beziehungsweise, an die du dich gewöhnen möchtest auf ganz viele verschiedene Arten zu. Vielleicht magst du nur eine gewisse Zubereitungsart nicht.
  • Mach es wie bei kleinen Kindern: schmuggle gewisse Lebensmittel in Gerichte rein. So kannst du nach und nach zum Beispiel den Gemüseanteil in der Bolognesesauce erhöhen oder die Pizza mit mehr Gemüse als Käse belegen. Wenn der Übergang fliessend ist, fällt es deinen Geschmacksknospen nicht so auf 😉

Um Gewohnheiten zu ändern, braucht es Zeit. Nimm sie dir und gehe schrittweise vor. Gut möglich, dass du schon nach einiger Zeit, viel variantenreicher essen magst, weil du neuen Lebensmitteln offener begegnest, und du mit einer vorsichtigen Neugier ganz neue Dinge entdecken kannst.

Fruchtsaft – erst denken, dann trinken

Donnerstag, September 11th, 2014

Um gesund zu bleiben, sollten wir viel Obst und Gemüse essen, das weiss jedes Kind. Doch die Zubereitung von frischen Lebensmitteln braucht bekanntlich Zeit und zudem werden diese häufig verschmäht, weil andere Lebensmittel – insbesondere bunt beworbene, einfach spannender sind. Deshalb wird häufig auf Fruchtsaft ausgewichen, um die tägliche Portion Obst zu erhalten. Doch ist Fruchtsaft wirklich eine Alternative?

Zuerst ist es wichtig zu verstehen, dass viele der gekauften Säfte sehr wenig mit frischen Früchten zu tun haben. Die Verarbeitungsprozesse sind sehr lang und nicht selten werden Früchte verarbeitet und zu einem Konzentrat eingedickt. Diese Konzentrate werden zu einem späteren Zeitpunkt nach Belieben gemischt und verdünnt. Die auf den Packungen beschworenen Vitamine werden zu diesem Zeitpunkt zugegeben – als künstlich hergestelltes Pulver. Du brauchst kein Experte zu sein, um zu merken, dass diese Getränke nicht mehr viel mit dem ganzen Apfel oder der Orange zu tun haben.

So wird Apfelsaft hergestellt

Quelle: Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie e.V. http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AA-Saft_Herstellung.jpg

Ein weiteres Thema ist die Kaloriendichte von Fruchtsaftgetränken. Diese enthalten in etwa gleich viel Zucker und Kalorien wie ein Süssgetränk wie Cola oder ähnliches (eine Dose Cola enthält ca. 15 Würfelzucker).

Wenn du schon mal selber Fruchtsaft gemacht – zum Beispiel Orangen ausgepresst – hast, weisst du, wie viele Früchte du für nur ein Glas Orangensaft benötigst. Diese Menge an Orangen könntest du als ganze Frucht kaum zum Frühstück essen. Doch sobald sie versaftet sind, trinkst du sie noch zum Frühstücksbrötchen dazu. Kein Wunder wird das zu einer Kalorienbombe. Zudem fehlt im Saft das, was eine Frucht wirklich ausmacht – die Kombination der Vitamine, dem Fruchtzucker und den Nahrungsfasern. Ein Grossteil der Vitamine befindet sich bei der Frucht direkt unter der Schale und diese wird im Normalfall vor dem Versaften entfernt. Ein Grund mehr für die Hersteller künstliche Vitamine zuzufügen.

Ebenso ist zu prüfen, welche weiteren Zusätze noch auf der Zutatenliste auf der Verpackung stehen. Häufig wird noch weiterer Zucker zugesetzt oder irgendwelche E-Nummern, die die Farbe des Saftes ansprechender oder die Haltbarkeit besser machen. Auch bei diesen Produkten gilt einmal mehr: wird Werbung dafür gemacht, sollten wir besser die Finger davon lassen.

Eine gute Alternative für einen Vitamin-Schub am Morgen ist ein selbstgemixter Smoothie aus Früchten und Gemüse. Dafür benötigst du einen guten Standmixer und ein bisschen Fantasie. Ein wohlbekömmlicher Start in den Tag könnte zum Beispiel so aussehen:

Zutaten
2 handvoll Spinat
1/3 Salatgurke
1 Knolle Fenchel
1 Banane
1 Apfel
1 kleine handvoll Mandeln (am besten über Nacht einweichen)
30 g Leinsamen oder Chiasamen (am besten über Nacht einweichen)
Wasser

Zubereitung
Obst und Gemüse waschen. Wenn möglich Bio-Qualität verwenden, so dass die Schalen und das Grün des Fenchels mitverwendet werden können (die Schale der Banane natürlich entfernen). Alles verkleinern, damit die Zubereitung im Mixer einfacher ist.
Blattgrün und Wasser in den Mixer geben. Mixer einschalten und auf niedrigster Stufe beginnen. Drehzahl dann langsam bis zum Höchstwert steigern.
Mixer wieder anhalten. Die restlichen Zutaten in den Mixbehälter geben. Mit dem Mixen starten und dabei erneut auf niedrigster Stufe beginnen, um anschließend die Drehzahl zu erhöhen.